Ziel


Ziel der Besuchsbegleitung im Sinne des § 111 AußStrG ist die Neu- oder Wiederanbahnung des persönlichen Kontakts zwischen Kontaktberechtigten und Kind. Im Detail sind die Ziele fallabhängig.

 

Durch die Besuchsbegleitung können Elternteile oder andere Bezugspersonen mit dem Kind in Verbindung bleiben. Studien zeigen, dass über ein Drittel aller Kinder ein bis drei Jahre nach einer Trennung den Kontakt zu einem Elternteil oder zuvor wichtigen Bezugspersonen (z.B. Großmutter, Großvater) verlieren. Jedes Kind hat aber das Recht auf die Aufrechterhaltung ausreichender persönlicher Kontakte zu beiden Elternteilen bzw. zu für ihn wichtigen Bezugspersonen. Wir unterstützen im Rahmen der Besuchsbegleitung Kinder in der Ausübung dieses Rechtes.

 

Die Besuchsbegleitung ist jedoch als eine vorübergehende Maßnahme gedacht, an deren Ende eine eigenverantwortliche Regelung der Kontakte stehen soll. Das heißt, die erwachsenen Beteiligten sollten am Ende der Besuchsbegleitung in der Lage sein, den Kontakt des Elternteils bzw. der Bezugsperson mit dem Kind selbstständig und konfliktfrei gestalten zu können. Es ist die Aufgabe der Erwachsenen, gemeinsam einen Weg zu finden, der dem Kind nach Abschluss der Besuchsbegleitung Kontakte zur getrennt lebenden Bezugsperson ermöglicht.

 

Ausnahmefall:

Dauerhafte Begleitung persönlicher Kontakte

In besonders schwierigen Fällen kann die Besuchsbegleitung bei einem besonders konfliktgeschädigten Eltern-Kind-Verhältnis ausnahmsweise - und keinesfalls als Regel - zeitlich unbefristet und somit über einen längeren Zeitraum installiert werden (z.B. bei psychischer Erkrankung eines Elternteils).



 

Was kann die Besuchsbegleitung bieten?

Die Besuchsbegleitung ermöglicht den Kontakt von Kindern zum getrenntlebenden Elternteil oder zu weiteren Bezugspersonen in entspannter und kindgerechter Atmosphäre und unter fachlicher Betreuung bzw. psychologischer Beratung durch unsere besonders geschulten MitarbeiterInnen.

Wir bieten getrennt von den Kindern lebenden Elternteilen, aber auch Großeltern, Stief- und Halbgeschwistern begleitete Besuchskontakte an. Wichtig ist es uns, Familiensysteme professionell zu unterstützen, um langfristig zum Wohl des betroffenen Kindes handeln zu können und - sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen - die Besuchskontakte autonom regeln und gestalten zu können. Dabei unterstützen wir bei Bedarf auch Eltern und Bezugspersonen in der (Wieder-)Herstellung einer gegenseitigen Vertrauensbasis.

 

Was kann die Besuchsbegleitung NICHT bieten?

Eine Besuchsbegleitung ist

- keine Mediation,

- keine Vermittlungstätigkeit zwischen zerstrittenen Eltern,

- keine Elternberatung,

- keine Erziehungsberatung,

- keine Familientherapie.